Kühltürme und Verdunstungskühlanlagen
Verdunstungskühlanlagen, Kühltürme und Nassabscheider kühlen Prozesse in der Kälte-, Klima- und Energieerzeugung. Sie stehen in Industrie und Energiewirtschaft, im Handel, in der Gastronomie, in Hotels und in Bürogebäuden.
Beim Zerstäuben und Verdunsten entstehen meist Aerosole, feine Tröpfchen, die der Wind kilometerweit tragen kann. Enthält das Nutzwasser Krankheitserreger, verbreiten sie sich mit. Deshalb muss das Wasser dieser Anlagen regelmäßig mikrobiologisch überprüft werden.

Rechtlicher Rahmen
Seit dem 19. August 2017 gilt die 42. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (42. BImSchV). Sie stützt sich auf die Richtlinie VDI 2047 und schreibt eine regelmäßige mikrobiologische Überwachung dieser Anlagen durch ein nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiertes Labor vor.
Ziel der Verordnung ist es, die Verbreitung von Legionellen und anderen gesundheitsgefährdenden Mikroorganismen zu verhindern. Vorgeschrieben sind die Untersuchung auf Legionellen und die Bestimmung der Koloniezahl bei 22 °C und 36 °C.
Unser Fachpersonal überprüft Ihre Anlage nach 42. BImSchV.

Unsere Analysepakete
Kühlturm Basis
Die nach 42. BImSchV vorgeschriebenen Parameter für das Nutzwasser von Verdunstungskühlanlagen, Kühltürmen und Nassabscheidern.

Legionellen können sich in warmem Wasser zu gefährlichen Konzentrationen vermehren. Gelangen sie beim Verdunsten in Aerosole, werden sie eingeatmet. Zusätzlich bestimmen wir die Koloniezahl (KBE, koloniebildende Einheiten), also die allgemeine Belastung mit Bakterien, die bei 22 °C und bei 36 °C wachsen.
Die Analyse umfasst:
- Legionellen (Legionella spp.)
- Koloniezahl 22 °C (KBE 22 °C)
- Koloniezahl 36 °C (KBE 36 °C)
Kühlturm Plus
Das Paket Kühlturm Basis, erweitert um Pseudomonas aeruginosa.

Pseudomonaden sind Bakterien, die schwere Infektionen verursachen können und Biofilme bilden. In diesen Belägen finden andere Bakterien, etwa Legionellen, gute Bedingungen und können sich zu gesundheitsgefährdenden Konzentrationen vermehren. Wir empfehlen zusätzlich die Untersuchung auf Pseudomonas aeruginosa.
Die Analyse umfasst:
- Legionellen (Legionella spp.)
- Koloniezahl 22 °C (KBE 22 °C)
- Koloniezahl 36 °C (KBE 36 °C)
- Pseudomonas aeruginosa
Häufige Fragen
Warum müssen Kühltürme, Rückkühlwerke und Verdunstungskühlanlagen auf Legionellen untersucht werden?
- Gesundheitsrisiko: Legionellen sind potenziell krankheitserregende Bakterien. Sie können die Legionellose auslösen, eine schwere Atemwegsinfektion, die im schlimmsten Fall tödlich verläuft.
- Verbreitung über Aerosole: Die Anlagen können belastete Aerosole über große Entfernungen verbreiten, bis zu 10 km. Das gefährdet Anwohner und Mitarbeitende.
- Gute Wachstumsbedingungen: Das warme Wasser in Kühltürmen und ähnlichen Anlagen (25 bis 45 °C) bietet Legionellen optimale Bedingungen.
- Gesetzliche Vorgaben: Die VDI 2047 Blatt 2 und 3 und die 42. BImSchV regeln den Betrieb solcher Anlagen und schreiben regelmäßige Überprüfungen vor.
- Ausbrüche vermeiden: Mehrere Legionellose-Ausbrüche gingen auf belastete Kühlanlagen zurück, etwa in Ulm und Neu-Ulm (2009/2010), Warstein (2013), New York (2015), Bremen (2015/2016) und Rzeszów (Polen, 2023).
Regelmäßige Untersuchungen schützen die Öffentlichkeit und sichern die Einhaltung der gesetzlichen Auflagen.
Was sind Legionellen, und warum sind sie gefährlich?
Legionellen sind Bakterien, die in natürlichen und in künstlichen Wasserquellen vorkommen, auch in Wasserleitungen. Die bekannteste Art, die am häufigsten mit Erkrankungen in Verbindung gebracht wird, ist Legionella pneumophila. Sie vermehren sich vor allem in warmem, stehendem Wasser zwischen 25 und 45 °C, besonders wenn das Wasser nicht ausreichend erhitzt oder bewegt wird.
Man infiziert sich nicht durch das Trinken, sondern durch das Einatmen belasteter Aerosole, etwa beim Duschen, über Klimaanlagen oder in Whirlpools. In der Lunge können Legionellen die Legionärskrankheit auslösen, eine schwere Lungenentzündung, oder das Pontiac-Fieber mit eher grippeähnlichen Beschwerden. Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem, ältere Menschen und Raucher.

Warum ist Pseudomonas aeruginosa gefährlich?
Pseudomonas aeruginosa ist ein weit verbreitetes Bakterium, das fast überall vorkommt, etwa im Wasser oder im Boden. Für gesunde Menschen ist es wenig gefährlich. Bei immungeschwächten Menschen kann es verschiedene Krankheiten auslösen, von Hautentzündungen nach Kontakt mit belastetem Wasser bis zu Lungenentzündungen durch eingeatmete Aerosole.
P. aeruginosa ist häufig äußerst resistent gegen Antibiotika, was die Behandlung erheblich erschwert.
Pseudomonaden bilden außerdem Biofilme, in denen sich andere Bakterien wie Legionellen vermehren können. In Kühltürmen werden solche Bakterien mit den Aerosolen kilometerweit durch die Luft getragen.

Ihre Anfrage
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